Wir haben folgende Reise gemacht:
Reisetermin: vom 08.11.2008 bis 23.11.2008
Hotel: Bahari Beach
Safari: 8 Tage/ 7 Nächte Masai Mara Safari
Das vierte mal Afrika, das vierte mal Kenia, was begeistert uns so an diesem Land?
Jedes Jahr im November entfliehen wir vierzehn Tage der Tristes des beginnenden Winters, Kälte, eisigem Regen, Nebel in Deutschland. Kenia, herrliche Strände, angenehme Temperaturen, Tiere nicht im Zoo, sondern natürlich in der freien Natur. Menschen ursprünglich, arm, sehr herzlich, wenn man einmal das Vertrauen gewonnen hat. Ist es das oder muss man auch die andere Seite sehen, korrupte Polizisten: „Have you a present for me?“ Beachboys die sofort erkennen, dass man noch fremd ist. „Jambo, ich habe ein Geschenk für dich, aber das kriegst du nur wenn du mir auch ein Geschenk gibst“. Wenn man jetzt nicht aufpasst ist man schnell einen Teil seiner Reisekasse los!
Aber warum ausgerechnet dieses Jahr Kenia? Ein Grund ist unsere kleine Sidhanie, Patenkind seit dem vergangenen Jahr, Schülerin der Baptistenschule im Bamburi-Village. Außerdem das Reisekontor Schmidt am Connewitzer Kreuz, hier geht es noch sehr herzlich zu und man hat nicht das Gefühl nur Kunde zu sein. Der sehr engagierte Einsatz von Marina Schmidt zur Unterstützung der Schule im Bamburi-Village, trotz vieler, vieler Widrigkeiten!
Das Abenteuer begann eigentlich schon in Leipzig mit der Deutschen Bundesbahn, die nach vier Wochen „Achse des Bösen“ nicht in der Lage waren, eine Auskunft über Abfahrt, Fahrstrecke, bzw. Fahrziel des Zuges zu geben. Das die Rückfahrt noch viel extremer wurde, wussten wir bis dahin noch nicht!
Nach acht Stunden Flug, kamen wir in Mombasa an. Das Einreisevisum kostete 50 Dollar, man hatte nach dem Sieg Obamas in den USA blitzschnell reagiert und wollte plötzlich keine Euro mehr.
Es ging plötzlich alles sehr schnell. Der Partner „Private-Safari“ hatte seine Toyota-Kleinbusse, acht Tage lang unsere zweite Heimat, 2.500 Kilometer ohne Schaden, ohne Unfall, bereitgestellt.
Nach einer mehrstündigen Fahrt erreichten wir gegen Mittag den ersten Nationalpark, „Tsavo Ost“. Beidseitig der endlosen, gradlinig zum Horizont verlaufenden roten Sandpiste, sahen wir die ersten Zebras, Gnus und rote Elefanten. Oberhalb der Savanne befand sich unsere „Voi Safari Lodge“, mit herrlicher Aussicht in die Tiefe des Afrikanischen Grabens und seiner imposanten Tierwelt.
Am nächsten Morgen ging es weiter in Richtung Nairobi. Unsere bis dahin bequeme Autobahn endete so ca. 50 Kilometer vor Nairobi im Niemandsland. Wir erreichten Nairobi und stärkten uns im Nationalitätenrestaurant „Carnivore“. Vom Chicken über saftige Steaks, Krokodil und andere Spezialitäten genossen wir was die afrikanische Küche zu bieten hatte.
Mit unserem afrikanischen Fahrer gab es dann ein kleines Problem. Den Programmpunkt „Karen Blixen“ wollte er nicht mehr durchführen. Er lud uns im Hotel ab und gab an, dass wir uns am Pool aufhalten könnten, denn von einem Stadtbesuch riet er wegen Banditengefahr ab. Das führte natürlich zu Beschwerden und der Veranstalter „Private-Safari“ glich das später durch eine sehr gute Bushtour aus. Überhaupt sprach unser Fahrer sehr wenig und so erfuhren wir von den an der Strecke liegenden Orten und Nairobi nur das was wir sahen.
Afrikanischer Graben, Masai-Mara-Reservat, der kenianische Teil der Serengeti, Löwen im Rudel, Gazellen alle Arten, Kenia-Express, Geparden, Leoparden, die rote Feuerlilie, die Savanne, alles grün nach der Regenzeit. Vergessen habe ich noch die Wasserbüffel, Elefanten, Flusspferde, Krokodile, Vögel unterschiedlichster Arten. Zwei Tage Masai-Mara, am nächsten Tag durch den ostafrikanischen Grabenbruch zum Naivasha-See, Bootsfahrt, Seeadler, Hitze und Aufenthalt in der Lake Naivasha Sopa Lodge. Am Abend kann man dort keinen Schritt ohne Askari gehen, da die Tiere direkt vor der Tür übernachten.
Es ging dann weiter zum Amboseli, eine imposante Tierkulisse am Fuße des Kilimandscharo. So viele Elefantenherden habe ich bis dahin noch nicht gesehen und nun zeigte sich auch der imposante Berg der Afrikaner, der Kilimandscharo. Vorbei an kleinen Vulkankegeln und Lavaströmen fuhren wir zu den Mzima-Quellen. Hier entspringt aus vielen Quellen das Wasser für Mombasa.
Ankunft im Hotel, ich bin sehr überrascht, da es alle meine Erwartungen toppt. Ideale Lage bei Mombasa auf einem Felsen, dadurch weht immer ein kühlender Wind. Nicht so groß und alles sehr übersichtlich. Genügend Liegen im Schatten oder in der Sonne. Individuelle Nischen zum Träumen, sehr gutes Personal, keine aufdringliche Animationen und das „All Inklusive“-Progamm erfüllt alle seine Erwartungen. Hervorragende Massage und andere Annehmlichkeiten, dazu eine Chefin, die sehr resolut und doch sozial denkend ist. Am Abend Tanz und gute Unterhaltung, alles verlief sehr ruhig.
Wir waren besonderes interessiert wie sich unsere kleine afrikanische Tochter entwickelt hatte. Endlich war es soweit, wir fuhren endlich in die Baptistenschule mit Mama Rose an der Spitze. Dabei hatten wir viele Geschenke, gesammelt auch von anderen Reisenden des Reisekontors Schmidt. Sprungseile, Hefte, Stifte, Süßigkeiten, weitere Dinge die so eine kleine Grundschule gebrauchen kann. Alle saßen auf ihren Bänken als wir kamen. Plötzlich kam Sidhani angeflogen, hing mir am Hals und ich musste heulen wie ein Schlosshund. Sie hatte sich überhaupt nicht verändert, trug die Schuhe die wir ihr im vergangenen Jahr gekauft hatten, aber nicht mehr so ganz neu, strahlte wie ich es noch nie gesehen hatte. Dieses siebenjährige Kind brachte uns zum Weinen. Reisekontor Schmidt hatte von dem Spendengeld eine Ziege gekauft, die von den Frauen im Dorf zubereitet wurde. Für alle ein Festtag, ich möchte fast behaupten, dass alle Anwesenden aus unserer Reisegruppe, mindestens ein oder zwei Tränen in den Augen hatten.
Später luden wir unsere Patenkinder in das Hotel ein. Catrin, die Chefin hatte das ermöglicht. 25 Kinder und 5 Lehrer, dazu noch Mama Rose, zusammen mit Marina Schmidt fuhren wir vorher in das große Einkaufszentrum „Nakumat“ um für die Kinder einzukaufen. 25 Badeschuhe, 25 Schreibhefte plus Malstifte, Keks für jedes Kind und Lehrer, ein Päckchen Reis für knapp über 8.000 Keniaschilling. Ich hatte für Sidhani noch einen Ball und für das Patenkind meines Freundes, Duncan, einen richtigen Fußball gekauft.
Die Kinder hatten große Augen, als sie das Hotel sahen. Es gab es für die Kinder Bohnen mit Reis, Fanta, Cola und andere Getränke.
Mit Sidhani gingen wir dann zum Indischen Ozean. Sie hatte ihn vorher noch nie gesehen. Dann Abschied von unserem Patenkind. Auch für uns kam irgendwann der Tag als es zurück ging. In Afrika hatte alles super geklappt. Dann kam München und die „Schande Bundesbahn“, aber das ist ein anderes Kapitel und gehört nicht an meinen Afrikabericht.
(gekürzte Version von Familie B. aus Leipzig)
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