Wir haben folgende Reise gemacht:
Hotel Bahari Beach Resort
Overnight Shimba Hills Safari
31.10.- 15.11.2009
Kenia, Bahari-Beach November 2009 – der etwas andere Keniabericht
Himmlische Ruhe am Strand, das Wasser des Indischen Ozeans hat hier über 30 Grad. Das sechste mal in Kenia, warum? Jambo, die ersten Afrikaner kommen so kurz nach der ablaufenden Flut, spannen Tücher auf, reinigen Boote, geschnitzte Holztiere werden auf den noch nassen Strand gestellt.
Eine kleine Afrikanerin fragt mich im fast perfekten Deutsch, ob ich eine Massage möchte. Man sieht mir den Neuankömmling an, die Haut ausgebleicht, die Augen übernächtigt, nach der gestressten Anreise. Eigentlich will ich mich unter eine schattige Palme legen, oben am Hotel, den kühlen Seewind genießen, vielleicht den ersten Kenia–Cane zu mir nehmen.
Einfach den ersten Tag in Afrika entspannt annehmen. Aber ihr kann man nicht widersprechen, ein Blick in die immer fröhlichen Augen, ich sage zu. Eine ganze Stunde Massage für 800 Kenia-Schilling, das entspricht etwa 8 €. Vom vergangenen Jahr kenne ich ja das Massagestudio. Es liegt etwa 800 Meter entfernt, eine kleine Hütte aus Wellblech mit einem Schilfdach, darunter fünf Liegen. Diese Hütte ist so konstruiert, dass selbst in der größten Hitze, eine gewisse Kühle vorherrscht. Für den Besitzer eine ständige Geldquelle, da die Masseusen von dem wenigen Geld für die Massage, 100 Schilling an ihn abgeben müssen. Weitere 300 Schilling zahlen sie an unbekannte Quellen am Strand.
Auf dem Weg erzählt mir Luisa, ihr richtiger Name ist Loice Pili MAZIA, ein wenig aus ihrem Leben. So erfahre ich, dass sie 28 Jahre alt ist und einen achtjährigen Sohn hat. Deutsch habe sie am Strand gelernt auch die Kunst des Massierens. Jeden Tag sei sie am Strand, da sie Geld für ihre Familie verdienen muss. Ihr Sohn lebt in der Familie ihrer Schwester, wenn sie ihn einmal im Monat besucht, dann spricht er sie mit Tante an. Als sie das sagte, verschwand für einen kurzen Moment das Lächeln aus ihrem Gesicht, afrikanische Geschichten!
Die Massage selbst ist Genuss pur, beginnend mit einem Fußbad, Zehen und Fußsohlenmassage, endend in den Haarwurzeln. Jede einzelne Muskelgruppe wird durchgeknetet, Wahnsinn!!
Man spricht von Strandleuten, manchmal verächtlich, für viele Afrikaner ist es die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen. Ganze Familien hängen an dem geringen Verdienst, das sollte man bedenken, wenn man sich auf einen Handel einlässt. Ich habe da so meine Probleme und lege manchmal lieber noch etwas drauf, nachdem ich heruntergehandelt habe. Das Handeln gehört dazu und wird auch erwartet.
Ali BABA, WILLY, Ringo STAR, Leute vom Strand, denen man vertrauen kann! Ali BABA der Chef, Richter bei kleinen Unstimmigkeiten, WILLY sein Vertreter, einer von Beiden ist immer anwesend. Ringo STAR, Besitzer einer Dhow, zahnlos, mit einer wunderbaren Stimme. Als wir schnorchelten, stand er auf dem Riff und sang, bisher unbekannte, afrikanische Lieder.
Angst haben sie nur, wenn die Beach-Police erscheint. Diese Leute brauchen immer Geld und bekommen es leider auch. Wer nicht zahlt wandert schnell mal in das „Prison“, Arbeitskräfte für die Landwirtschaft werden immer gebraucht.
Auch das ist Kenia aber schon wieder eine andere Geschichte.
Mit freundlichen Grüßen
Dagmar und Klaus B. aus Leipzig/Lößnig
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